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TV-MYTHEN DER VIDEOÜBERWACHUNG - MYTHEN 3 und 4

26.03.2018

3. VON OBEN HERAB

Mythos: Die Ermittler erhalten von den Überwachungskameras ein Bild mit einer frontalen Gesichtsaufnahme des Verdächtigen. Damit können sie dann weitere Befragungen, wie z.B. der Nachbarschaft, durchführen. 
 
Realität: Kameras sind meistens sehr hoch bzw. außerhalb des Handbereichs angebracht, um sie vor Manipulation und Vandalismus zu schützen. Daher schauen sie in einem steilen Blickwinkel von oben nach unten. Aufnahmen des Gesichts sind nur möglich, wenn die gefilmte Person ihren Kopf in den Nacken legt und direkt in die Kamera blickt. Eine frontale Aufnahme wie in Filmen würde bedeuten, dass eine Kamera auf einem 1,70m hohen Stativ mitten im Weg des Verdächtigen stehen müsste. Eine dezente Überwachung sieht natürlich anders aus.
 
 
4. VERZERRTE WIRKLICHKEIT
 
Mythos: In TV-Krimiserien werden Personen auch vor großen Gebäuden problemlos identifiziert – egal, wo die Person sich befindet. Das Gebäude wird mit nur einer Kamera mit großem Öffnungswinkel komplett aufgenommen und alle Fenster und Ausgangstüren sind gut sichtbar. 
 
Realität: Je größer der Öffnungswinkel, desto geringer die Pixeldichte im Randbereich. Eine gute 
Identifikation gelingt im Regelfall nur in den mittleren 45° eines Bildausschnitts. In den äußeren Bereichen ist entweder die Pixeldichte zu gering bzw. die Sichtachse auf den Täter nicht optimal. Für eine grobe Übersicht sind die großen Öffnungswinkel praktisch, eine Identifikation ist jedoch nicht immer möglich.
Behörden können sich nicht, wie oft in TV-Serien gezeigt, in alle Videoüberwachungssysteme einwählen.